Was ist ein Datenpaket?
Jede Datei und Information, die über das Internet übertragen wird – eine E-Mail, ein Streaming-Video oder ein Tastendruck im Online-Spiel – wird in standardisierte Blöcke zerlegt, die man Datenpakete nennt. Nach üblichen Ethernet-Standards fasst ein Paket bis zu 1.500 Byte Nutzdaten, versehen mit Absender- und Empfänger-IP-Adressen, Sequenznummern und Prüfsummen.
Von Paketverlust (Packet Loss) spricht man, wenn ein oder mehrere dieser Blöcke auf dem Transportweg verloren gehen und das Zielgerät niemals erreichen.
Wie TCP und UDP auf verlorene Pakete reagieren
- TCP (Garantierte und geordnete Zustellung): Wird für Webseiten, Dateidownloads und Streaming verwendet. Jedes Paket muss quittiert werden. Geht ein Paket verloren, fordert TCP es erneut an. Das verhindert beschädigte Dateien, erzeugt jedoch Verzögerungen und zwingt TCP dazu, die Übertragungsrate sofort zu drosseln, da es den Verlust als Netzüberlastung deutet.
- UDP (Strikte Echtzeit-Übertragung): Wird für Sprach- und Videoanrufe sowie Multiplayer-Spiele eingesetzt. Hier zählt nur Aktualität: Geht ein Audioschnipsel oder eine Spielerkoordinate verloren, wird sie nicht erneut angefordert, da sie beim Eintreffen bereits veraltet wäre. Das Paket wird einfach fallen gelassen.
Warum Datenpakete verworfen werden
- Überlastete Router-Puffer: Wenn der Zwischenspeicher eines Routers zu 100 % voll ist, werden alle neu eintreffenden Pakete sofort verworfen (Tail Drop).
- Schwaches oder gestörtes Funksignal: Elektromagnetische Störquellen, dicke Wände oder zu große Distanz zum WLAN-Router.
- Defekte Verkabelung: Geknickte Patchkabel, oxidierte RJ45-Stecker oder verschmutzte Glasfaser-Kupplungen.
- Netzwerkprobleme beim Provider: Überlastete Verteilerknoten im Stadtteil oder defekte Verstärker an der Straßenleitung.