Was ist Jitter und wie wird er berechnet
Jitter (oder Latenzvarianz) beschreibt die zeitliche Abweichung beim Eintreffen aufeinanderfolgender Datenpakete über ein IP-Netzwerk. In einem idealen Netzwerk benötigt jedes Paket genau dieselbe Zeit: Wenn das erste Paket 20 Millisekunden braucht, sollten alle nachfolgenden ebenfalls exakt 20 Millisekunden benötigen (Jitter = 0 ms). Kommen die Pakete stattdessen in 20 ms, 60 ms, 18 ms und 95 ms an, leidet die Verbindung unter starkem Jitter.
Warum Jitter Echtzeit-Kommunikation massiv stört
Interaktive Anwendungen wie Videokonferenzen oder Online-Spiele benötigen einen gleichmäßigen Datenstrom wie ein Schweizer Uhrwerk. Um zeitliche Schwankungen abzufedern, verwenden Programme einen sogenannten Jitter-Buffer:
- Bei geringem Jitter verzögert der Puffer die Daten minimal, um sie vollkommen gleichmäßig abzuspielen.
- Ist der Jitter zu hoch, treffen Pakete zu spät ein – zu einem Zeitpunkt, an dem der Audioschnipsel oder das Videobild bereits wiedergegeben sein müsste. Die Software muss diese verspäteten Pakete verwerfen, was zu Tonaussetzern, Roboterstimmen oder Rucklern führt.
Häufige Ursachen für Jitter
- WLAN-Interferenzen: Überlastete Funkkanäle durch Nachbarnetzwerke und Funksignal-Kollisionen.
- Ungesteuerter Datenverkehr im Router: Große parallele Downloads oder Backups ohne aktiviertes Quality of Service (QoS).
- Dynamische Routenwechsel beim Provider: Pakete nehmen durch kurzzeitige Überlastungen im Weitverkehrsnetz unterschiedliche physikalische Pfade.